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25. März 20266 min

TAMSIV hat ein Gesicht – erstes Demo-Video + Qualitätssprint

Seit 6 Monaten existierte TAMSIV nur als Text und Screenshots. Heute bekommt die App zum ersten Mal ein Gesicht: ein vollständiges Demovideo, verfügbar auf YouTube und direkt in die Hero-Section der Website eingebettet.

Warum jetzt ein Video?

Eine Sprach-App muss man sehen. „Sprich, die KI versteht und organisiert" zu lesen reicht nicht — man muss sehen, wie das Mikrofon aktiviert wird, die Echtzeit-Transkription, die Aufgabe, die automatisch im richtigen Ordner erstellt wird. Das Video zeigt all das in 2 Minuten.

Es in die Hero-Section der Website einzubetten war naheliegend: Besucher sehen sofort, wie TAMSIV funktioniert, ohne die App herunterzuladen oder Dokumentation zu lesen.

Qualitäts-Sprint: 7 Commits, 0 neue Features

Parallel zum Video habe ich eine Woche einem 100%-Qualitäts-Sprint gewidmet. Keine neuen Funktionen — nur Feinschliff, Zuverlässigkeit und stille Korrekturen, die im Alltag den Unterschied machen.

Diktiergerät: 100% zuverlässiger Stopp-Button

Der frustrierendste Bug der App: Manchmal reagierte der „Stopp"-Button nicht. Das Mikrofon nahm weiter auf, der Nutzer musste die App zwangsbeenden. Ein UX-Albtraum.

Die Ursache? Ein Timing-Problem zwischen der nativen STT-Initialisierung (Spracherkennung des Telefons) und dem React-State. Die Lösung umfasste:

  • Einen „Standby"-Modus für natives STT — sofort bereit, ohne die UI zu blockieren
  • Aufnahmestart 2x schneller (kein Warten auf Callback)
  • Einen Stopp-Button, der zu 100% funktioniert, unabhängig vom internen Zustand

Mehrtägige Sprach-Agenda-Abfragen

Zuvor funktionierte die Frage „Was habe ich diese Woche?" an die KI nur für einen einzelnen Tag. Der System-Prompt beschränkte Abfragen auf ein Datum. Jetzt versteht der Assistent Zeiträume: „Montag bis Freitag", „die nächsten 3 Tage", „diese Woche".

KI-Bilder: Wechsel zu HiDream-I1-Fast

Ordner-Coverbilder werden per KI generiert. Wir nutzten SDXL 0.9, das komplexe Prompts schlecht verstand (gemischter Text, ignorierte Anweisungen). Der Wechsel zu HiDream-I1-Fast hat alles verändert: besseres Prompt-Verständnis, konsistentere Ergebnisse, und Kosten von ~0,003€ pro Bild.

Ordner: Sofortige Anzeige

In kollaborativen Gruppen wartete der Ordnerbaum auf das vollständige Laden von Aufgaben und Notizen. Ergebnis: leerer Bildschirm für 1-2 Sekunden. Jetzt erscheint der Ordnerbaum sofort, und die Inhalte laden im Hintergrund.

Sicherheit: Datenleck zwischen Sitzungen

Ein kritischer Bug wurde entdeckt und behoben: Auf geteilten Geräten konnten die Daten des vorherigen Nutzers kurz beim Kontowechsel erscheinen. Der Singleton-Cache wurde beim Logout nicht geleert. Behoben durch vollständige State-Bereinigung bei jeder Abmeldung.

Was ich daraus mitnehme

Ein Qualitäts-Sprint ist nicht glamourös. Es gibt kein neues Feature zum Zeigen, keinen Vorher/Nachher-Screenshot. Aber es ist das, was den Unterschied macht zwischen einer App, die man ausprobiert, und einer App, die man behält. Jede beseitigte Mikro-Reibung, jeder behobene stille Bug — das ist ein Nutzer mehr, der nach 3 Tagen nicht deinstalliert.

Das Video ist das Gegenteil: der Moment, in dem das Projekt greifbar wird für jemanden, der die App noch nie berührt hat. Beide ergänzen sich — das Schaufenster und das Fundament.